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Mittwoch, 30.1.2019

Selbsttätiges Lernen, Lernateliers:

Erleichtert oder verleidet die Schule unseren Kindern das Lernen?

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Newsletter vom 16.9.2018

Königsweg Berufslehre

Eine grosse Auswahl aus den verschiedensten Medien können wir Ihnen diesmal anbieten. Offensichtlich beschäftigen die Problemkreise um unsere Schule viele Menschen. Wenn es uns auch bisher noch nicht gelungen ist, den Lehrplan 21 und andere unbefriedigende Reformen zu stoppen, haben wir und zahlreiche andere kritische Stimmen eine Diskussion mit nachhaltiger Wirkung in Gang gesetzt.

Heute liegt es offen auf dem Tisch, dass die Akteure den Nutzen von 20 Jahren Umbau des guten Schweizer Bildungswesens nicht belegen können. Viele Eltern, Lehrer und Berufsbildner können dagegen die Schäden der Reformen sehr wohl benennen. Deshalb ist man ziemlich perplex über die Bemerkung von Redaktor Walter Bernet, im Zusammenhang mit den Reformen sei «evident geworden, dass Bildung wie nie zuvor einen absolut entscheidenden Einfluss auf den beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg der Individuen, aber auch auf die volkswirtschaftliche Prosperität hat.»

Selbstverständlich war der Einfluss der Bildung schon immer von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der jungen Menschen und für ihr Wirken in Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei ist unter «Bildung» keinesfalls nur eine gymnasiale und akademische Laufbahn zu verstehen: «Die Schweiz funktioniert dank der Berufslehre. Zwei Drittel aller Jugendlichen in der Deutschschweiz beginnen ihre Berufskarriere mit einer Berufsbildung.» So Rudolf Strahm, einer der unermüdlichen Aufklärer über die prägende Rolle der dualen Berufsbildung für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Erfreulich ist, dass auch der «Blick» und «20Minuten», die von vielen Jungen gelesen werden, Lehrlinge zu Wort kommen lassen, die ihre Freude und ihren Stolz auf ihre Arbeit und ihren Beruf zum Ausdruck bringen. Übrigens sind das nicht nur einige positive Zufallstreffer: In meiner Zeit als Berufsschullehrerin beeindruckte es mich bei jeder Klasse aufs Neue, wie die 16-Jährigen fast ausnahmslos den grossen Schritt von der Schule ins Berufsleben trotz früherem Tagesbeginn, längerem Arbeitstag und neuer Anforderungen meisterten und sich innert wenigen Monaten in Beruf und Lehrbetrieb heimisch fühlten – stolz auf die eigenen Leistungen und auf den ersten Lohn.

Hören wir auf zu jammern, weil andere Länder mehr Maturanden und Akademiker haben! Lassen wir uns nicht irritieren von Avenir Suisse und OECD, die unserem Wirtschaftsstandort deswegen schlechtere Aussichten prognostizieren. Diese Organisationen vertreten nicht in erster Linie die 500'000 KMU, in denen ein Grossteil unserer jungen Frauen und Männer eine Berufslehre absolvieren und dabei zu verantwortungsbewussten Erwachsenen werden, die ihren Platz nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch als Bürger einnehmen (in der direktdemokratischen Schweiz besonders wichtig). Mehr als 99% der privaten Betriebe in der Schweiz sind gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) KMU, also Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten, sie stellen zwei Drittel der Arbeitsplätze und bieten das Gros der Lehrstellen an.

In diesen Tagen zeigen an den Swiss Skills in Bern wieder tausende von jungen Berufsleuten, was sie gelernt haben, und informieren Zehntausende von Schülern über ihren Beruf. Bekanntlich ist auch die einmalig tiefe Arbeitslosenquote in der Schweiz vor allem dem dualen Berufsbildungssystem zu verdanken. Und wer nach der Lehre eine Weiterbildung auf tertiärer Stufe anschliessen will, hat viele Möglichkeiten. Zum Beispiel hatten in der technischen Abteilung der Berufsschule, in der ich Allgemeinbildung unterrichtet habe, ausnahmslos alle Lehrerkollegen im berufskundlichen Bereich zuerst eine Berufslehre gemacht und nachher «aufgestockt».

Wir brauchen nicht eine höhere Maturaquote, sondern eine Volksschule, wo die Kinder von ihren Lehrerinnen und Lehrern ins Lernen und in die Welt eingeführt werden und die Schule mit gefülltem Rucksack verlassen. Jeder Berufsausbildner kann uns sagen, welche Kenntnisse und Fertigkeiten und welche persönliche Haltung ein Jugendlicher mitbringen muss, um eine Lehre antreten und abschliessen zu können. Fürs Gymi braucht es übrigens etwa dieselben Voraussetzungen, mit mehr Gewicht im schulischen Bereich.

Wir wünschen Ihnen viel Freude am Lesen und bedanken uns für jedes Echo und jeden Leserbrief, den Sie an eine Zeitung senden.

Für die Redaktion «Starke Volksschule Zürich»

Marianne Wüthrich 

Inhalt

  • Königsweg Berufslehre
  • Reform über Reform – und die Wirkung?
  • Folgerungen aus der Bilanz der Schulreformen
  • Für die Katz oder für die Kids?
  • Warum wir so reich sind
  • Nichts gegen die Stifti!
    Vier Lehrlinge im Porträt
  • Neuling in der Lehre: «Zu Beginn hatte ich Muskelkater»
  • 135 Berufe auf der Fläche von 14 Fussballfeldern
  • Richard David Precht: "Irgendetwas zu googeln führt noch lange nicht zu Erkenntnissen"
  • Privatisierung – als Reform getarnt
  • Propaganda hat in der Schule nichts zu suchen
  • Vor falschen Hoffnungen sei gewarnt
  • Wer die Schule regiert
  • Veranstaltungshinweise

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